Liv und ich waren mit den Kids 3 Tage auf einer spektakulären Mehrtages Wanderung. Mit einer 3 und einer 5 Jährigen, ist es gar nicht so einfach, da es in Summe tatsächlich 28 km waren. Hier ein paar Eckdaten:

  • Ort: Vilnöß Tal in den Dolomiten, entlang der Geislerspitzen
  • ReiseZeit: August 2026
  • Dauer: 3 Tage wandern, aber An- und Abreisetag dazu damit es entspannt ist
  • Hütten: Edelweisshütte, Gampenalm, Brogleshütte, Edelweisshütte
  • Distanz: 28 km
  • Höhenmeter: 1185 m

Hier ist das ganze in 3D dargestellt:

Auf den folgenden Fotos sind nicht Liv und meine Kinder zu sehen. Alle Gesichter sind alle mit KI ersetzt. Daher nicht wundern, dass da verschiedene Kids dabei waren.

Tag 1 – Gunggan zur Gampenalm

7,70 km, 589 Hm

Der erste Tag fing auf der Edelweißhütte an — und die ist speziell cool. Direkt an der Straße gelegen, eine richtige Motorradhütte, und um 14 Uhr war da bereits die totale Party am Start. Für die Kinder gab es ein Trampolin, einen Spielplatz, eine Baggerecke und sogar einen Babyesel. Da war natürlich sofort alles gut.

Unser Zimmer war der Wahnsinn. Wir hatten einen Balkon mit einem wunderschönen Blick auf die Aferer Geisler, und von der Hütte aus war die Aussicht sowieso ganz ganz großartig. Zum Abendessen gab es im Rahmen der Halbpension ein Drei-Gänge-Menü, das super lecker war. Besser kann eine erste Etappe eigentlich kaum anfangen.

Am nächsten Morgen haben wir dort noch ganz nett gefrühstückt. Dann kam der Bus, fünf Minuten später waren wir am Ausgangspunkt (Gunggan) und konnten direkt loswandern. Zuerst ging es die Peitlerscharte hoch. Der Weg führte über ein paar Flüsse und an mehreren Wasserfällen vorbei — ziemlich spannend, gerade für die Kinder. Die Scharte selbst ist allerdings recht voll, also touristisch sehr beliebt. Und wenn die Sonne draufsteht, wird es ziemlich heiß.

Von der Peitlerscharte aus ging es oben relativ flach weiter zur Schlüterhütte. Auch dort gab es einen coolen Spielplatz, was die Kinder natürlich ganz toll fanden. Unterwegs haben wir zweimal Edelweiß gefunden und schon Murmeltiere pfeifen gehört. Das war cool. Auf der Schlüterhütte sind wir dann recht lang geblieben — ein bisschen wegen des Spielplatzes, ein bisschen wegen der Aussicht und wahrscheinlich auch, weil man auf so einer Tour nicht jede Pause möglichst kurz machen muss.

Von der Schlüterhütte gibt es dann einen steilen Abstieg zur Gampenalm. Und mit steil meine ich richtig steil. Sehr anspruchsvoll, da haben wir schon eine Weile gebraucht. Es sind zwar nur ungefähr 200 Höhenmeter bergab, aber die sind wirklich sehr sehr steil. Irgendwann ist man dann doch froh, wenn die Beine wieder ein bisschen weniger protestieren.

Die Gampenalm war dann aber sofort ein Volltreffer. Zur Begrüßung standen dort zwei große Berner Sennenhunde, die uns direkt in Empfang genommen haben. Am Nachmittag sind wir mit den beiden Hunden noch auf Murmeltiersuche gegangen — und direkt neben der Hütte haben wir tatsächlich welche gefunden. Wir konnten ganz ganz nah an die Murmeltiere rangehen. Das war super cool.

Und als wäre das noch nicht genug, gab es auf der Hütte auch Kaninchen, die man füttern durfte. Die Kinder waren natürlich komplett begeistert. Die Lager sind sehr einfach gehalten, aber die Hütte an sich ist einfach großartig. Auf meine Frage, ob es denn noch andere Weine gibt, bekam ich nicht etwa eine kurze Antwort, sondern direkt die Weinkarte in die Hand gedrückt. Chapeau.

Zum Abendessen gab es wieder ein Drei-Gänge-Menü, diesmal mit einem Zwischengang und einem großen Salat. Den fand meine Tochter ganz toll. Das Personal war super nett, und auch die Leute an unserem Tisch waren sehr angenehm und international: Amerikaner, Briten, Holländer, Italiener, Deutsche und Franzosen. Schon krass, wie beliebt diese Region der Dolomiten ist.

Abends sind wir dann ins Bett gegangen. Die beiden Briten, die mit uns im Lager waren, mussten leider schon um 5 Uhr morgens aufstehen — und durften sich vorher noch die Gute-Nacht-Geschichte unserer Kinder anhören. Ein internationaler Hüttenabend, wie er besser kaum sein könnte.

Tag 2 – Gampenalm zur Brogleshütte

11,4 km, 401 Hm

Das Frühstück auf der Gampenalm war übrigens der Wahnsinn. Die haben einfach das komplette Buffet auf jeden Tisch gestellt — ein richtiges On-Table-Buffet. Nur den Kaffee musste man extra bestellen. Das war super cool. Erstmal ganz entspannt ging es heute die Schotterstraße nach unten. Dabei bekommt man schon einen sehr schönen Eindruck von den Geisler-Spitzen. Wenn dann der richtige Wanderweg losgeht, wird es auch ziemlich voll. Da sind wieder internationale Touristen unterwegs. Dafür ist der Weg spannend — gerade für die Kinder. Wurzelig, große Steine zum Klettern und immer wieder etwas zu entdecken.

Wir haben daraus ein Spiel gemacht: Die Kinder mussten Edelsteine finden, die der Waldrabe hatte fallen lassen. Immer wenn wir eine Alpendohle gehört haben, lag plötzlich irgendwo ein Edelstein. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Eigentlich die ersten vier Kilometer oder so.

Dann wurde die große Tochter etwas meckerig. Zum Glück kam nach ungefähr fünf Kilometern die Hütte an der Geisleralm — mit einem super coolen Spielplatz. Flying Fox, Ziegen, ein tolles Karussell und noch mehr schöne Sachen. Der Spielplatz war gut. Sehr gut sogar.

Die Geisleralm selbst hatte leider gar nicht offen. Zum Glück hatte die Nachbaralm geöffnet. Dort haben wir mit sehr schönem Panorama und sehr internationalen Gästen zu Mittag gegessen. Um 13 Uhr waren wir mit dem Essen fertig. Um 14 Uhr sollte es anfangen zu regnen. Wir hatten also die Wahl: noch eine Stunde auf den Spielplatz und uns danach irgendwo unterstellen oder direkt loslaufen.

Wir konnten unsere große Tochter davon überzeugen, loszulaufen. Und tatsächlich waren wir nach einem sehr schnellen, heftigen Marsch nach einer Stunde und zehn Minuten im leichten Nieselregen auf der Brogleshütte angekommen. Das Timing war ziemlich gut.

Die Brogleshütte ist wirklich speziell. Die hat nur mittags Küche, ist komplett frisch renoviert, aber es war eigentlich niemand da — außer acht Jugendlichen, die die Hütte irgendwie betreuen sollten. Um 15 Uhr macht die Küche einfach zu. Getränke gab es auch keine und sonst eigentlich nichts. Dann haben wir erstmal Bibi und Tina gehört.

Bis 18 Uhr. Dann gab es Abendessen à la carte. Zusammen mit den sechs anderen Gästen saßen wir in dieser großen Berghütte mit einem Wahnsinns-Panorama. Abends gab es sogar noch Regenbogen vor den Geisler-Spitzen zu sehen, und die Geisler-Spitzen wurden in der Abendsonne ganz toll angestrahlt. Sehr romantisch.

Aber diese leere, riesige, moderne Hütte mit dem eher unfähigen Personal war doch ein bisschen merkwürdig. Schön war es trotzdem. Irgendwie.

Mega Panorama. Mega schneller Marsch. Brogleshütte speziell

Tag 3 – Brogleshütte nach St Magdalena

9 km, 196 Hm

Tag 3 ging auf der Brogleshütte mit einem eher unspektakulären Frühstück los. Es war recht bewölkt, dadurch aber vom Klima her sehr angenehm. Und weil es den ganzen Tag bergab ging — genau so war es geplant — starteten wir ganz entspannt durch den Wald nach unten.

Am Anfang ging es über sehr schmale Wege, über Flüsse und durch den Wald. Das war noch ziemlich spannend. Dann mussten wir allerdings relativ lange die Forststraße in Richtung St. Magdalena laufen. Das fanden die Kinder schon sehr langweilig. Irgendwann hat man aber hinter sich die Geisler-Spitzen im Blick, und damit waren wir einigermaßen motiviert, die Kinder zu motivieren.

Dann kamen wir zur Waldschenke. Die Waldschenke ist ein lustiger Punkt in St. Magdalena, weil dort alle Handwerker aus dem Ort zum Mittagessen hingehen. Wir auch. Es gibt eine tolle Kinderspielecke, und außerdem gehen dort wohl auch so 20 bis 30 Chinesen zum Mittagessen hin, die eigentlich nur St. Magdalena fotografieren wollen. Die Waldschenke ist also tatsächlich ein ziemlich lustiger Aufenthaltsort.

Von der Waldschenke ging es in den Ort. Der war komplett zugeparkt, und gerade kamen schon zwei Busse mit Chinesen an, die ebenfalls nur das eine Foto von der Kapelle und den Geisler-Spitzen machen wollten. An denen gingen wir vorbei und folgten danach den Schildern zum Panorama-Aussichtspunkt.

Das wussten wir vorher gar nicht. Wir wollten eigentlich nur zur Bushaltestelle Pinneid — die bringt uns zurück zur Edelweißhütte. Stattdessen mussten wir den kompletten Panoramaweg entlanglaufen und haben dabei ganz lustige Fotos von uns als Instagram-Opfer geschossen.

Aber man hat auf diesem Weg permanent einen super Ausblick. Erst mit der Kirche von St. Magdalena und den Geisler-Spitzen, am Ende dann mit dem ganzen Ort St. Magdalena und den Geisler-Spitzen. Vom Panorama-Fotopunkt waren es noch ungefähr ein Kilometer durch einen schönen Wald bis zur Bushaltestelle.

Auch von der Bushaltestelle aus hatte man einen spektakulären Ausblick. Die 20 Minuten Wartezeit auf den Bus konnten wir mit Gummibärchen sehr gut überbrücken. Dann war die Wanderung zu Ende.

Wir haben noch einen schönen Abend auf der Edelweißhütte verbracht. Es gab wieder ein tolles Abendessen, wir bekamen wieder dasselbe gute Zimmer und zum Ausklang haben wir noch ein Bier auf dem Spielplatz getrunken. Sehr schön. Sehr gut.

Panorama, Instagram-Opfer und Gummibärchen. Schöner kann eine Wanderung kaum enden.