Mammal Hands beschreibe ich immer gerne wie ein Musikjournalist: Die versuchen, ein Jazzsolo mit drei Instrumenten zu spielen. Nur eben nicht über die fünf bis zehn Minuten, die ein Solo dauert, sondern gerne mal zwei Stunden am Stück.

Das ist relativ anstrengend zum Zuhören, keine Frage. Aber diese Besetzung trifft, vor allem über das Piano, ein Rhythmusgefühl, das mich mitnimmt. Man wippt mit dem Kopf, dann mit dem ganzen Körper, und ich könnte zu dieser Musik joggen gehen. Sehr sehr virtuos, auf dem Klavier, das hier ganz selbstverständlich als Rhythmusinstrument gebraucht wird, genauso wie am Saxophon, das unendlich zart und dann wieder scharf angespielt wird. Das läuft auf sehr vielen Ebenen gleichzeitig. Sehr sehr guter Jazz.

Und dann kommt bei diesem Konzert noch der Raum dazu. Elektra Sound Quartier im Bergson Kunstkraftwerk — dort hat man auf jedem Sitzplatz den perfekten Sound. Ich habe danach gesagt, ich will nie wieder woanders ein Konzert hören. Es war so unendlich gut gemischt, dass man jedes Instrument glasklar hört, als stünde man direkt daneben, obwohl man dreißig, vierzig Meter weg sitzt. Man kann einfach die Augen schließen und genießen. Jeden Hi-Hat-Anschlag, jedes Ziehen am Saxophon, jeden Beckenschlag, und am Klavier das Aufsetzen und Heben der Tasten.

Das einzige Defizit: Man weiß nicht, aus welcher Richtung ein Instrument kommt. Weil an jedem Platz derselbe perfekt gemischte Sound ankommt, gibt es keine richtige Bühnenrichtung mehr.

Trotzdem großartig, ein Konzert so wahrzunehmen. Da muss jeder einmal rein

I always like describing Mammal Hands the way a music journalist would: they’re trying to play one jazz solo with three instruments. Except not over the five to ten minutes a solo lasts, but happily for two hours straight.

It’s fairly demanding to listen to, no question. But this line-up, and above all the piano, hits a rhythmic feel that just carries me along. You nod your head, then your whole body is moving, and I could genuinely go jogging to this music. Very very virtuosic — on the piano, which is used here as a rhythm instrument like it’s the most natural thing in the world, and on the sax, played infinitely soft and then sharp again. It runs on so many levels at once. Very very good jazz.

And then there’s the room. Elektra Sound Quartier at the Bergson Kunstkraftwerk — every single seat gets the perfect sound. Afterwards I said I never want to hear a concert anywhere else again. It was mixed so unbelievably well that you hear every instrument crystal clear, like you’re standing right next to it, even sitting thirty or forty metres away. You can just close your eyes and enjoy it. Every hi-hat hit, every pull on the sax, every cymbal, and on the piano the keys going down and coming back up.

The one downside: you have no idea which direction an instrument is coming from. Since every seat gets the same perfectly mixed sound, there’s no real stage direction left.

Still great, experiencing a concert like that. Everybody has to go in there once