Für die Hot 8 Brass Band fährt man auch mal von München nach Dornbirn. Die Band selbst hatte einen noch weiteren Weg hinter sich — direktflug von Los Angeles ins Vorarlberg. Chapeau. Das Conrad Sohm war das Ziel, und es hat sich für alle gelohnt.
Den Abend eröffneten die Finest XI — eine Vorband die man sich wünscht. Unterhaltsame Brassmusik, gute Stimmung, gut aufgewärmtes Publikum. Perfekter Start.
Dann die Hot 8. Der Einstieg war ehrlich gesagt etwas holprig — man merkte, dass der Jetlag aus LA noch in den Knochen steckte. Die ersten zwei Songs liefen etwas verhalten. Doch das Publikum ließ das nicht gelten. Wild tanzend, laut mitgehend — und nach zwei Songs hatte man die Band zurück. Ab Song drei war der Saal komplett dabei.
Nach fünf Songs der erste Höhepunkt: jemand wünschte sich Sexual Healing. Die Band beriet sich lange auf der Bühne — und entschied sich erstmal weiterzumachen. Stattdessen folgte ein Wettsingen links gegen rechts, bei dem die linke Seite auf keinen Fall verlieren wollte, angestachelt von der halben Band. Herrlicher Unsinn, bestes Konzertformat.
Dann kam Sexual Healing doch noch. Und die Band machte Ernst: laut mitsingen war Pflicht.
Get up, get up, get up, get up, let’s make love tonight — wake up, wake up, wake up, wake up, ‘cos you do it right
100 Leute im Saal waren der Band nicht laut genug. Der Typ, der sich den Song gewünscht hatte, wurde nach vorne gerufen. Er zog das Shirt aus, heizte den Saal an — und zeigte dann auf seinem Handy Fotos, wie er vor zehn Jahren extra nach York geflogen war um die Hot 8 zu sehen. Und jetzt stehen sie in seinem Nachbardorf. Die Reaktion des Saals kann man sich vorstellen. Ab diesem Moment war es pure Party.
In der Zugabe durfte er sich noch einen Song wünschen. Drei Stunden Conrad Sohm, um 1 Uhr nachts wieder zu Hause in München. Mega anstrengend. Mega geil. Ohne Frage nochmal.